Geschichte

 
"KÜRNBACH - dieser Marktflecken zweier Staaten, abgetheilt an Hessen und an Baden..." so besang schon vor mehr als 140 Jahren der Heimatdichter Samuel Friedrich Sauter unser Heimatdorf und zeigte gleichzeitig die wechselvolle Geschichte unseres Ortes auf.

Funde beweisen, dass Kürnbach schon sehr früh besiedelt worden war. Zeugen einer Siedlungsstelle der Jungsteinzeit (ca. 5.-3. Jahrtausend v. Chr.) sind u.a. Funde von Gebäuderesten, Bandkeramikscheren und Roteisenstücke.

Bezeichnungen wie "Alter Postweg", ein Teil der Römerstraße Stettfeld-Cannstatt oder "Römerbächlein", ein Münzfund und ein Brunnen mit römischen Ziegeln und römischer Keramik weisen darauf hin, dass auch die Römer in Kürnbach waren.

Aus merowingisch-fränkischer Zeit schließlich stammt ein Grab, das im heutigen Ortsetter gefunden wurde. Unter den Grabbeigaben befand sich neben farbigen Glasstücken und Tonperlen auch eine Rundfibel mit Gold.

Einen besonderen Stellenwert besaß die Gemeinde durch das ihr verliehene Marktrecht (verliehen 1543) und das Apothekenrecht (1369), sowie durch seine strategisch wichtige Lage. Das Dorf war schon sehr früh durch eine Mauer, die teilweise noch erhalten ist, befestigt. Drei Tore, das Ober-, das Grein- und das Katzenhöfertor, führten in den Ort.

Kürnbach gehörte früher teilweise zum Besitz des Klosters Weißenburg, später auch des Klosters Hirsau. Die Weißenbruger Güter wurden wohl von den Kraichgaugrafen zur Ausstattung des Klosters Sinsheim verwendet, das seit dem 13. Jahrhundert in Kürnbach eine Probstei hatte. Das zugehörige "Klösterlein" stand unweit des Kürnbacher Wasserschlosses auf dem Käsbuckel. Aufgebrachte Bauern zerstörten es im Bauernkrieg 1525.

   
Kürnbach hatte schon um das Jahr 800, zur Zeit Karls des Großen, eine Holzkirche, die später durch einen romanischen Steinbau ersetzt wurde. Der Grundstein zur heutigen Kirche wurde 1499 gelegt. Dieser Bau wurde 1501 im Spätgotischen Stil beendet.
Die Kirche beherbergt das Grabmal der beiden letzten Ortsadeligen, Bernhard von Sternenfels und dessen Gemahlin Agatha von Weitershausen. Dieses Renaissance  - Epitaph gilt in der Kunstgeschichte als eines der schönsten im Land.   

Am Ostrand der Gemarkung (300  ü. NN) befanden sich zahlreiche Sandsteinbrüche. Um 1900 standen hier rund 300 Beschäftigte in Lohn und Brot, gut 30 Jahre später wurde der Betrieb eingestellt.

1965 wurde mit der Dorfsanierung begonnen. Die enge Bebauung im Ortskern in Verbindung mit schlechter Bausubstanz, daraus resultierender schlechter Wohnwert und die zahlreihen Stockwerkseigentumsverhältnisse ließen die Verantwortlichen in Kürnbach frühzeitig an entsprechende (Gegen-)Maßnahmen denken. Kürnbach wurde dadurch zur Modellgemeinde.

ORTSCHRONIK 
Kürnbach - ...einst Marktflecken zweier Staaten...

Kürnbach - einst Markflecken zweier Staaten - blickt als ehemals hessisch-württembergische, von 1810 bis 1904 hessisch-badisch Kondominatsgemeinde auf eine bewegte Vergangenheit zurück.

Die Chronik schildert die Anfänge der Ortsentwicklung und führt den Leser durch die ungewöhnliche Geschichte eines ungewöhnlichen Dorfes. Dabei wird auf politische Ereignisse ebenso eingegangen wie auf das wirtschaftlich-kulturelle Leben:

Vom Dorfadel  im Mittelalter über den Dreißig-jährigen Krieg bis zur 1.000-jährigen Kirchengeschichte, vom Zunftwesen über den Weinbau und das Schulwesen wird dem Leser äußert Wissenswertes über das Dorf vermittelt. Auch besondere Kürnbacher Bürger und Bauten werden beleuchtet.
Ein Kapitel über da rege Vereinsleben rundet das Ganze ab und auch das "Kürnbacher Lied" darf hier natürlich nicht fehlen.

Die Ortschronik Kürnbach (Kürnbach - ...einst Markflecken zweier Staaten ... ISBN 3-89735-297-7, 28,-- €) lädt den Leser zum Schmökern ein und ermöglicht ihm bei seiner Zeitreise, neben der Wiederentdeckung von Bekanntem so manches Unbekannte kennen zu lernen.

Die Ortschronik ist im Rathaus Kürnbach, Zimmer 206 erhältlich.

 

"Ortsgeschichtlicher Rundgang"

Kürnbach blickt als ehemals hessisch-württembergische, von 1810 bis 31.12.1904 hessisch-badische Kondominatsgemeinde auf eine bewegte Vergangenheit zurück.

Die besonderen geschichtlichen Gegebenheiten haben das Gesicht des Ortes geprägt.

Um der Wertigkeit der interessanten Kürnbacher Ortsgeschichte gerecht zu werden, hat die Gemeindeverwaltung mit fachkundiger Unterstützung von Frau Dr. Drechsler in Eigenarbeit einen ortsgeschichtlichen Rundgang herausgegeben. Damit will man die guten Ansätze der bereits immer wieder stattfindenden Ortsführungen weiter aktivieren und den Gästen die Möglichkeit geben, sich selbst auf die Spuren der Kürnbacher Geschichte zu begeben.

Der Ortsrundgang beginnt am Marktplatz beim ältesten Ortsplan, der uns zur Verfügung steht - die Kieser’ sche Forstkarte, die Kürnbach im 17. Jahrhundert zeigt. Anhand von 40 Stationen lernen die Besucher beeindruckende Gebäude, sehenswerte Fachwerkhäuser, interessante historische Persönlichkeiten u.a. kennen.
 
Die Broschüre ist ein weiteres Werbemittel, um Kürnbach als historischen Weinort zu präsentieren und für das SchwarzrieslingDorf zu werben.

Hier gehts zur Broschüre

Kontakt

Gemeinde Kürnbach
Marktplatz 12
75057 Kürnbach
Tel: 07258 / 91 05-0
Fax: 07258 / 64 24
E-Mail: gemeinde@kuernbach.de
Bürgermeister Armin Ebhart

Unsere Sprechzeiten:
Montag, Mittwoch, Freitag:
8.00 - 12.00 Uhr
Dienstag:
16.00 Uhr - 18.00 Uhr

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